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SakkoKolonia CD 7 - Presse zu:

»Kölsche Krätzjer 2 - Gruß aus Köln am Rhein«

 

 

 

Kölner Stadtanzeiger vom 15. Dezember 2011

Manifest gegen die Ballermanisierung

 

von Helmut Frangenberg

CD-TIPP - "Alaaf, dä kölsche Klaaf!" Mit dieser Hochachtung endet, wer es durch den wunderbaren "Kölschen Explezier" mit all den vergessenen kölschen Schimpfwörtern ("Do fiese Zömmelöm!") geschafft hat. Das Scharmützel in der Markthalle, wo Gurken zu Wurfgeschossen werden, oder die Keilerei in der Deepejass ("Do Spuutekopp, do Düvelswief") ist wahrscheinlich eines der schönsten kölschen Volkslieder. Leider wird es kaum noch auf irgendeiner Bühne gesungen.

 

Auf der neuen CD "Kölsche Krätzjer 2" gibt es das Lied als bislang nicht gehörte Schängerei: Thomas Cüpper ("Et Klimpermännche"), das Duo SakkoKolonia sowie Knubbelefutz und Schmalbedaach schimpfen und krakelen, wie es schöner kaum geht. Der Explezier ist einer der Höhepunkte eines wunderbaren Albums mit leisen Tönen, die im Wust des immer gleichen Karnevalspop und der selbstverliebten Kölnduselei leicht untergehen. Der zweite Teil der "Kölsche Krätzjer" ist somit auch ein musikalisches Manifest gegen die Ballermanisierung der kölschen Liedkultur. Die fünf Musiker und Sänger tragen manches alte Schätzchen vor, sie zeigen aber auch, dass man auch heute noch Geschichten erzählen kann, die ohne die üblichen Reime vom tollen Kölle am Rhing im Sonnesching auskommen.

 

Endlich gibt es die wunderbaren Lieder von Knubbelefutz un Schmalbedaach mal auf CD: Renate Heymans und Dieter Schmitz dichten sich auf die Hänneschen-Bühne, besingen ihr Usambaraveilchen und das Älterwerden, die Qualen im Sushi-Restaurant oder einfach nur mal ihren Regenschirm. Thomas Cüpper interpretiert Hans Knipp, Willi Ostermann, Günter Eilemann und den Opernkomponisten Giacomo Puccini. Bettina Wagner und Theo Krumbach nehmen sich als SakkoKolonia ebenfalls alter Liedchen an, steuern aber auch Eigenes bei. "Mer gonn jitz eine drinke" befasst sich mit sämtlichen Lebensmittelskandalen und ist gleichzeitig eine Hommage an die Tradition alter Trinklieder. 22 Lieder über Freud und Leid des prallen Lebens sind auf der CD, zu der Cüpper ein dickes und liebvolles Booklet gestaltet hat.